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TrueNAS 26 – Ransomware-Schutz, Hybrid-Pools und ein neues Versionsschema

Wim Bonis
Storage TrueNAS ZFS Security Open Source
Autor
Stylite AG
Spezialisten in ZFS storage solutions, security. Docker containerization for enterprise environments.
Inhaltsverzeichnis

TrueNAS 26 steht vor der Tür – Beta ab April 2026, stabiler Release für Q3 geplant. OpenZFS 2.4, Linux Kernel 6.18 LTS und ein neues Versionsschema sind die technischen Eckpfeiler. Dazu kommen strategische Änderungen, die über ein reines Feature-Update hinausgehen.

Neues Versionsschema – Schluss mit Fisch-Namen
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TrueNAS 26 markiert das Ende der Fisch-Codenamen (Fangtooth, Goldeye, …) und der langen Versionsnummern wie 25.04.2.6. Stattdessen gilt ein einfaches Jahres-basiertes Schema: TrueNAS 26 bleibt das ganze Jahr über die primäre Versionsnummer und erhält Feature-Packs, Sicherheitsupdates und Hotfixes als Unterversionen (26.1, 26.2, …).

Das macht die Kommunikation einfacher – intern wie gegenüber Kunden, die bisher oft nicht wussten, welche Version gerade aktuell ist.

OpenZFS 2.4 – Hybrid-Pools und intelligentes Tiering
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Technisch am gewichtigsten: die Integration von OpenZFS 2.4 mit einigen lang erwarteten Features.

Hybrid-Pools: Flash + HDD kombiniert
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OpenZFS 2.4 ermöglicht echtes hybrides Storage: Häufig genutzte (“heiße”) Daten landen automatisch auf NVMe-Flash, während selten genutzte (“kalte”) Daten auf kostengünstigen HDDs gespeichert werden. Laut iXsystems sollen damit bis zu 80 % niedrigere Kosten pro TB im Vergleich zu All-Flash möglich sein – bei ausreichender Performance für die meisten Workloads.

Special VDev Verbesserungen
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  • ZIL auf Special VDevs: Das ZFS Intent Log kann jetzt auf Special VDevs gehostet werden – ein dediziertes SLOG-Gerät wird nicht mehr zwingend benötigt
  • ZVOL-Writes auf Special VDevs: ZVOLs profitieren ebenfalls von schnellem Flash-Storage
  • Flexiblere Blockgrößen: Der Small-Block-Schwellenwert muss nicht mehr eine Zweierpotenz sein

Daten-Rebalancing
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Mit den neuen Befehlen zfs rewrite und zfs rewrite -P lassen sich Daten zwischen Pool-Tiers verschieben und Pools rebalancieren – ohne den logischen Inhalt zu verändern. Praktisch vor allem nach dem Hinzufügen neuer VDevs oder beim Nachrüsten von Flash-Storage.

Integrierte Ransomware-Erkennung
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TrueNAS 26 bringt eine integrierte Ransomware-Erkennung mit, die SMB- und NFS-Shares in Echtzeit überwacht.

Erkennungsmethoden
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  • Honeypot-Dateien: Köder-Dateien, die bei Verschlüsselung sofort Alarm auslösen
  • Verhaltensanalyse: Erkennung verdächtiger Zugriffsmuster
  • Verschlüsselungssignaturen: Identifikation bekannter Ransomware-Muster
  • Snapshot-Vergleich: Tracking ungewöhnlicher Datenveränderungen

Automatische Schutzmaßnahmen
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Bei erkannter Bedrohung reagiert das System konfigurierbar:

  • Betroffene Shares werden automatisch deaktiviert oder auf Read-Only gesetzt
  • IP-Blocking und Zugriffsbeschränkungen greifen sofort
  • Snapshot-Löschung wird pausiert, um Wiederherstellungspunkte zu sichern
  • Threat-Scoring hilft bei der Einschätzung und Priorisierung

Wer seine Storage-Infrastruktur ohne zusätzliche Sicherheits-Appliances absichern will, bekommt damit ein brauchbares Werkzeug.

TrueNAS WebShare – Dateizugriff per Browser
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WebShare ermöglicht Dateizugriff über den Browser – ohne SMB- oder NFS-Client auf dem Endgerät.

Funktionsumfang
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  • Dateien durchsuchen, hoch- und herunterladen
  • Ordner erstellen und verwalten
  • Snapshot-Timeline zum Wiederherstellen früherer Versionen
  • Teilbare Links für externe Zusammenarbeit
  • Passkey-Authentifizierung für flexible Zugriffskontrolle

TrueSearch Integration
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Wird TrueSearch im WebShare-Service aktiviert, werden alle aktiven Shares indiziert. Die Suche funktioniert nach Dateinamen, Inhalt und Dateityp – praktisch für größere Datenbestände, in denen die klassische Ordnernavigation an ihre Grenzen stößt.

LXC-Container – Vollständig unterstützt
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LXC-Container, in TrueNAS 25.04 noch experimentell, sind in TrueNAS 26 vollständig unterstützt. Sie teilen den Host-Kernel, bringen aber eigene Dateisysteme, Prozesse und Netzwerkkonfigurationen mit.

Gegenüber klassischen VMs brauchen LXC-Container weniger Ressourcen und starten schneller. Wer keine vollständige OS-Isolation benötigt, fährt damit gut.

Neu: Container auf Enterprise mit HA-Failover
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Für Enterprise-Kunden neu: TrueNAS 26 erweitert die Container-Unterstützung auf HA-Systeme. Container können jetzt automatisch zwischen HA-Controllern failovern – bisher war das nicht möglich. Voraussetzung ist eine statische IP-Konfiguration. Details dazu in den offiziellen TrueNAS 26 Development Notes .

TrueNAS Connect – Cloud-Management für eigene Hardware
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TrueNAS Connect ist eine cloudbasierte Verwaltung für TrueNAS-Systeme. Die Daten bleiben lokal.

Verfügbare Tiers
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  • Foundation (kostenlos): Deployment und Basiskonfiguration ohne lokalen Monitor/Tastatur
  • Plus ($60/Jahr für bis zu 3 Systeme): Zentrales Monitoring, SSO, erweiterte Alerts, Replikations-Management und Ransomware-Schutz
  • Business (geplant Q2 2026): Für Enterprises und Managed Service Provider mit HA-Systemen und größeren Flotten

Linux Kernel 6.18 LTS
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TrueNAS 26 basiert auf Linux Kernel 6.18 LTS mit Unterstützung für aktuelle Hardware – relevant vor allem für neue Netzwerk-Interfaces und Storage-Controller.

Timeline und Empfehlung
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MeilensteinZeitraum
Beta-ReleaseApril 2026
Stabiler ReleaseQ3 2026
Enterprise-Empfehlungnach Q3 2026

Wer aktuell TrueNAS 25.10 (Goldeye) oder 25.04 (Fangtooth) im Einsatz hat, sollte nicht sofort auf die Beta wechseln. Produktivsysteme besser erst mit dem stabilen Release aktualisieren. In Testumgebungen lohnt sich die Beta ab April – vor allem um Hybrid-Pools und Ransomware-Erkennung auszuprobieren.

Fazit
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TrueNAS 26 bringt mit Hybrid-Pools, Ransomware-Erkennung und WebShare konkrete Verbesserungen für den Alltag – im Homelab wie im Rechenzentrum. Das neue Versionsschema räumt nebenbei mit der Verwirrung um Codenamen und Versionsnummern auf.

Die Beta wird im April getestet. Erfahrungen folgen.


Wim Bonis ist CTO bei Stylite AG und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Storage-Technologien und Open-Source-Infrastruktur.

Quellen:

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