Open-E JovianDSS ist eine weit verbreitete Enterprise-Storage-Lösung, die in vielen Rechenzentren zum Einsatz kommt. Für den zuverlässigen Betrieb ist ein durchgängiges Monitoring unerlässlich. Checkmk bietet hierfür eine elegante Möglichkeit: Über die REST API von Open-E lassen sich sämtliche relevanten Storage-Daten direkt in Checkmk einbinden – ganz ohne zusätzlichen Agenten auf dem Storage-System.
In diesem Artikel wird gezeigt, wie die Integration Schritt für Schritt eingerichtet wird.
Voraussetzungen#
- Checkmk-Server mit Netzwerkzugriff auf das Open-E System
- Open-E JovianDSS mit aktivierter REST API
- Admin-Zugang zu beiden Systemen
curlundpython3auf dem Checkmk-Server verfügbar
Schritt 1: REST API auf dem Open-E aktivieren#
Zunächst muss die REST API auf dem Open-E JovianDSS aktiviert werden. Dazu in der Web-Oberfläche unter System Settings den Bereich REST API access aufrufen:
- Enable REST API access aktivieren
- Port auf
82belassen (Standard) - Access restriction auf
Read-onlysetzen – für Monitoring reicht lesender Zugriff - Username und Password festlegen
- Mit Apply bestätigen

💡 Optional: Im gleichen Bereich kann auch SNMP aktiviert werden, um zusätzliche Hardware-Daten (z. B. Temperaturen, Lüfter) über SNMP abzufragen. Die REST API liefert diese Daten allerdings bereits mit.
Schritt 2: API-Zugriff testen#
Bevor die Integration in Checkmk konfiguriert wird, sollte der API-Zugriff vom Checkmk-Server aus getestet werden. Dazu per SSH auf den Checkmk-Server verbinden und folgenden Befehl ausführen:
curl -k -s -X GET \
-u admin:DEIN_PASSWORT \
-H 'Content-Type: application/json' \
https://192.168.0.100:82/api/v3/monitoring/check-mk \
| python3 -c 'import json,sys;obj=json.load(sys.stdin);print(obj["data"]["output"]);'
-küberspringt die SSL-Zertifikatsprüfung (selbstsigniertes Zertifikat)-sunterdrückt die Fortschrittsanzeige192.168.0.100ist die IP-Adresse des Open-E Systems (entsprechend anpassen)- Port
82ist der Standard-API-Port von Open-E JovianDSS
Bei erfolgreicher Verbindung erscheint die Ausgabe im Checkmk-Agenten-Format – eine Auflistung aller verfügbaren Monitoring-Daten wie Filesystems, Interfaces, CPU und mehr.
Schritt 3: Host in Checkmk anlegen#
Im nächsten Schritt wird das Open-E System als Host in Checkmk angelegt:
- Unter Setup → Hosts → Create host einen neuen Host erstellen
- Host name: z. B.
open-e-system - IPv4 address: IP des Open-E Systems (z. B.
192.168.0.100) - Checkmk agent / API integrations: auf API integrations if configured, else Checkmk agent setzen
- Optional: SNMP auf
SNMP v2 or v3aktivieren, falls zusätzliche SNMP-Daten gewünscht sind

Schritt 4: Custom Integration einrichten#
Jetzt wird die eigentliche Datenabfrage konfiguriert. Checkmk bietet dafür die Möglichkeit, ein eigenes Programm anstelle des Standard-Agenten auszuführen:
- Unter Setup → Agents → Other integrations den Bereich Custom integrations öffnen
- Dort auf Individual program call instead of agent access klicken

- Eine neue Regel anlegen mit folgenden Einstellungen:
- Description:
jdss-rest-api - Command line to execute:
curl -k -s -X GET -u admin:DEIN_PASSWORT -H 'Content-Type: application/json' https://$_HOSTADDRESS_4$:82/api/v3/monitoring/check-mk | python3 -c 'import json,sys;obj=json.load(sys.stdin);print(obj["data"]["output"]);'
- Condition type:
Explicit conditions - Explicit hosts: Nur den Open-E Host auswählen (z. B.
open-e-server)

⚠️ Wichtig: Das Checkmk-Makro
$_HOSTADDRESS_4$wird zur Laufzeit automatisch durch die IPv4-Adresse des Hosts ersetzt. Die Regel sollte über Explicit hosts nur auf die Open-E Systeme beschränkt werden, damit der Befehl nicht versehentlich auf andere Hosts angewendet wird.
- Regel speichern und die Pending changes aktivieren
Schritt 5: Service Discovery durchführen#
Nach dem Aktivieren der Änderungen kann die Service Discovery für den Open-E Host ausgeführt werden:
- Den Host öffnen und auf Save & run service discovery klicken
- Checkmk führt den konfigurierten curl-Befehl aus und erkennt automatisch alle verfügbaren Services
Das Ergebnis: Eine umfassende Übersicht aller Monitoring-Daten des Open-E Systems direkt in Checkmk.

Folgende Daten werden unter anderem überwacht:
- Filesystems: Belegung und Trends aller Pools und Volumes
- Netzwerk-Interfaces: Durchsatz, Fehler und Status der Bond- und Einzelinterfaces
- CPU-Auslastung: Last und Prozessornutzung
- IPM Sensoren: Lüfterdrehzahlen und Temperaturen
- Heartbeat CRM: Cluster-Status und Ressourcen
- Kompression und Deduplikation: Ratios der einzelnen Volumes
Schritt 6: Check-Parameter auf dem Open-E anpassen#
Ein großer Vorteil der Checkmk-Integration in Open-E JovianDSS: Die Schwellwerte für die einzelnen Checks lassen sich direkt auf dem Storage-System konfigurieren – ohne Änderungen in Checkmk selbst.
Die Einstellungen sind über die Konsole des Open-E Systems erreichbar. Dazu per SSH oder direkt an der Konsole anmelden und unter Console tools → Add-ons → Check_MK Settings den Konfigurationsdialog öffnen:

Im Konfigurationsdialog stehen folgende Parameter zur Verfügung:

| Nr. | Parameter | Standardwert |
|---|---|---|
| 0 | Pool used capacity percent warning (%) | 80 |
| 1 | Pool used capacity percent critical (%) | 95 |
| 2 | Snapshot age warning (Sekunden) | 1800 |
| 3 | Snapshot age critical (Sekunden) | 3600 |
| 4 | SSD latency warning (ms) | 8 |
| 5 | SSD latency critical (ms) | 16 |
| 6 | HDD latency warning (ms) | 180 |
| 7 | HDD latency critical (ms) | 500 |
| 8 | System boot-disk latency warning (ms) | 120 |
| 9 | System boot-disk latency critical (ms) | 240 |
| 10 | SMART check interval | every 2nd minute |
| 11 | Restore defaults | – |
| 12 | Disable Check_MK | – |
Jeder Parameter kann einzeln angepasst werden. Nach der Änderung mit Save and Exit bestätigen.
💡 Tipp: Snapshot-Schwellwerte und Intervalle abstimmen#
Besonders relevant sind die Snapshot-Age-Schwellwerte (Parameter 2 und 3). Standardmäßig wird eine Warnung ausgelöst, wenn der letzte Snapshot älter als 1800 Sekunden (30 Minuten) ist – bei über 3600 Sekunden (1 Stunde) wird der Check kritisch.
Das bedeutet: Die Snapshot-Erstellung auf dem Open-E sollte häufiger als alle 30 Minuten erfolgen, damit der Check nicht ständig anschlägt. Bei Stylite wurde das Snapshot-Intervall auf 20 Minuten eingestellt, um ausreichend Puffer zu haben.
Auch die Latenz-Schwellwerte für SSDs, HDDs und Boot-Disks sollten an die eigene Hardware angepasst werden. Die Standardwerte sind konservativ gewählt – in Hochleistungsumgebungen mit NVMe-SSDs können die SSD-Latenzschwellwerte ggf. noch niedriger angesetzt werden.
Fazit#
Die Integration von Open-E JovianDSS in Checkmk über die REST API ist unkompliziert und liefert umfangreiche Monitoring-Daten ohne zusätzlichen Agenten. Mit einem einzigen curl-Befehl werden sämtliche relevanten Storage-Metriken – von Filesystem-Auslastung über Netzwerk-Interfaces bis hin zu Hardware-Sensoren – direkt in Checkmk verfügbar.
Für Fragen zur Implementierung oder spezifischen Anwendungsfällen im Storage-Monitoring stehe ich gerne zur Verfügung.
Wim Bonis ist CTO bei Stylite AG und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Storage-Lösungen und IT-Infrastruktur.
